PXE-Server unter CentOS 6.x optimieren

Für die weitgehende Automatisierung der Installation unserer Rechner greifen wir auf ein Installationsscript zurück, welches uns entsprechend unterstützen wird. Diese Datei enthält Angaben zu den einzelnen Installationschritten, die wir bei einer manuellen Installation immer angeben oder anklicken müssten. Im Wesentlichen sind dies Angaben zu:

  • Systemsprache
  • Tastaturlayout
  • Netzwerdefinitionen
  • Installationsquelle
  • Zeitzone
  • Paketauswahl
  • u.s.w.

Dateierstellung mit Hilfe eines GUI

Eine Variante zur Erstellung eines Installationsscriptes kann die Verwendung der GUI system-config-kickstart sein. Falls noch nicht geschehen, installieren wir das RPM-Paket mittels yum.

 # yum install system-config-kickstart -y

Die GUI starten wir mit Hilfe folgenden Aufrufes.

 # system-config-kickstart

Bildschirmhardcopy : System-Config-Kickstart

manuelle Bearbeitung

Die Konfigurationsdatei für die automatisierte Installation können wir natürlich auch selbst erstellen, oder eine vorhandene Datei weiter bearbeiten. Bei der Installation eines unserer Linux-/CentOS-Host wird im Verzeichnis /root/ jeweils eine Datei mit den ausgewählten Optionen abgelegt. Die Datei hat dabei den Namen /root/anaconda-ks.cfg.

Damit nun unsere Installationen künftig weitgehend ablaufen können, werden wir auf ein kickstart-file erstellen und dies später von unserem Webserver, der auch die Auslieferung der Installations-RPMs vornimmt, ausliefern lassen.

Wir werden also erst einmal im Document-Root ein Verzeichnis für die Kickstart-Dateien anlegen, in dem wir später die Dateien anlegen werden.

 # mkdir kickstart

Anschließen kopieren wir die vorhanden Kickstart-Datei in das Zielverzeichnis.

 # cp /root/anaconda-ks.cfg /data/kickstart/ks_centos60_i386_intra_desktop.cfg

Anschließend bearbeiten wir unsere Konfigurationsdatei und vermerken bei Bedarf Hinweise zu den einzelnen Optionen. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Optionen finden wir im Red Hat Installation Guide.

 # vim /data/kickstart/ks_centos60_i386_intra_desktop.cfg
/data/kickstart/ks_centos60_i386_intra_desktop.cfg
# Django 2011-11-25 Kickstart-Datei zum automatischen Betanken von Desktop-Intranetmaschinen 
 
# System neu installieren
install
# Systemsprache setzen
lang en_US.UTF-8
# Tastaturlayout definieren
keyboard de-latin1-nodeadkeys
# Definition der Netzwerkeinstellungen
network  --bootproto=dhcp --device=eth0 --onboot=on
# Netzwerkinstallation aus dem eigenen Repository
url --url="http://10.0.0.50/centos/6.0/os/i386"
# Zeitzone setzen
timezone --utc Europe/Berlin
# Root-Passwort verschlüsset vorgeben
rootpw  --iscrypted $6$uFS6SBvSfgaF8L9Z$etsPXUqN1cKuNdBuR$cH1cK$1nD2V0lLD3Pp3Nb3cSUoMDkhaG8AKBzJMdjbgOPnXykKcYMWPfsmAqIPkLvwX7oulNpvQSIaO8/
# Firewall aktivieren und SH freigeben
firewall --service=ssh
# SELinux deaktivieren
selinux --disabled
# Authentifizierungsoptionen für das System definieren
authconfig --enableshadow --passalgo=sha512 --enablefingerprint
# Konfiguration des X Window System überspringen, da Minimalinstallation 
# skipx
# Reboot nach der Installation ausführen
# reboot
# Konfiguration des System Bootloaders
bootloader --location=mbr --driveorder=vda --append="crashkernel=auto quiet" --md5pass=$1$ECJKwraI$F1cKD1cHS3lbSTbUCDFSSXxRf0
 
# Paketauswahl definieren (Minimalinstallation mit zusätzlichen Paketen) 
%packages
@base
@core
@debugging
@basic-desktop
@desktop-debugging
@desktop-platform
@directory-client
@fonts
@input-methods
@internet-browser
@java-platform
@legacy-x
@network-file-system-client
@print-client
@remote-desktop-clients
@server-platform
@server-policy
@x11
mtools
pax
oddjob
sgpio
abrt-gui
certmonger
pam_krb5
krb5-workstation
nscd
pam_ldap
nss-pam-ldapd
libXmu
vim
mc
bind-utils
openssh-clients
wget
telnet
logwatch
 
# Postinstall-Anweisungen
%post
# default-user anlegen
groupadd -g 500 django && useradd django -c "Django" -g 500 -u 500 -m
# linuxcounter Verzeichnis anlegen und script downloaden
mkdir -p /home/django/bin
chown django:django /home/django/bin
cd /home/django/bin
wget -N --no-cache http://linuxcounter.net/script/lico-update.sh
chmod +x /home/django/bin/lico-update.sh

Bei der oben genannten Beispiels-Installation geben wir unter anderem folgende Einstellungen vor:

  • Systemsprache : Englisch
  • Tastaturlayout : deutsch
  • Netzwerk : automatisch per DHCP definiert
  • Installationsquelle : Unser eigener Repository-Server (http://10.0.0.50/centos/6.0/os/i386)
  • Zeitzone : Europe/Berlin
  • Root-Passwort : verschlüsselt hinterlegt
  • Firewall : aktiviert und ssh freigegeben
  • SELinux : deaktiviert
  • Bootloader : grub mit Passwortschutz
  • Paketauswahl : Minimal desktop

Nach der Installation legen wir noch den User django an und holen uns das aktuelle Script zum Updaten des Linux-Counters auf den Clientrechner.

Damit nun beim Laden der Menüdatei bei PXE-Boot das richtige Kickstartfile geladen werden kann, erweitern wir nun die Menü-datei unseres PXE-Bootservers.

 # vim /var/lib/tftpboot/pxelinux.cfg/default

Dort tragen wir beim betreffenden LABEL die Option ks ein.

LABEL 5
   MENU LABEL ^5) CentOS 6.0 (32 Bit) Desktop-Installation (Intranet)
   KERNEL images/centos/6.0/i386/vmlinuz
   APPEND ks=http://10.0.0.50/kickstart/ks_centos60_i386_intra_desktop.cfg initrd=images/centos/6.0/i386/initrd.img ramdisk_size=128000 ksdevice=eth0 ip=dhcp method=http://10.0.0.50/centos/6.0/os/i386

Anschließend starten wir einen unserer Clients im Netz und überprüfen, ob all unsere Optionen richtig gesetzt wurden.

Bildschirmhardcopy : PXE-Auswahlmenü

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  • Zuletzt geändert: 22.07.2019 15:00.
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